Irene Mokka
Tagebuch 1948-1973
Herausgeber und Vorwort: Horst Fassel
Ein Dichterleben vor dem Hintergrund zweier Diktaturen: der Rechtsextremen
vor 1945, der Kommunisten nach 1948. Häufig ist Ratlosigkeit und
Verzweiflung der tägliche Begleiter eines sensiblen Dichterin, die sich
zurückzog und sich zeitweise unter einem Pseudonym verbarg, die geduldet,
aber nicht wirklich wahrgenommen wurde, bevor sie nach 1968 mit Lyrik
Aufsehen erregte, deren Prägnanz und Intensität die ganze Vielfalt
individueller Selbstbestimmung entfaltete. Die Texte standen im
Widerspruch zu den eigenen, früheren Versuchen, konform zu erscheinen und
sind - wie die Tagebucheintragungen der Zeit - Zeugen der Suche nach einer
europäischen Kommunikation und nach ästhetischen Modellen, die
Subjektivität und Traditionsbewusstsein miteinander verbinden. Solche
seltenen Tagebücher in Zeiten der Zensur sind Dokumente einer
Ich-Behauptung, die sich von staatlich verordneten Akklamationsmustern
deutlich unterscheiden.
2007, 352 S., 15.90 EUR, br., ISBN 3-89781-128-7
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